1897 erwarb die Stadt das Gelände nördlich der Kreuzstraße, das an einer vom damaligen Stadtbaurat Ludwig Winter im Ortsbauplan vorgesehener, aber noch nicht realisierter Straße lag. Die Pläne für die Schule mit 24 Klassen, einer Reserveklasse und einem großen Zeichensaal entwarf Stadtbaumeister Max Osterloh. Eine Turnhalle wurde nicht gebaut, da diese umliegenden Schulen über Turnhallen verfügten und diese mit benutzt werden konnten. Dafür wurde das Schulgebäude mit einer Turmuhr versehen, da in der Umgebung noch keine Kirche vorhanden war, die über die Tageszeit Auskunft gab. St. Joseph wurde erst 1902, die Jacobi-Kirche ab 1910 gebaut.
Vorgesehen waren im Keller darüber hinaus Brausebäder. Da im westlichen Ringgebiet in den Wohnungen meist Badezimmer fehlten, war dies eine hygienische Notwendigkeit.
Eine weitere Besonderheit unterschied diesen Schulneubau von bestehenden Bauten: Die Schule wurde rechtwinklig zur Straße errichtet, um eine optimale Geländenutzung und eine bessere Beleuchtung zu erreichen. Gleichzeitig hatte man so erreicht, dass zwei Schulhöfe entstanden, so dass Jungen und Mädchen auch in den Pausen getrennt werden konnten.
Oster 1899 wurde der Schulbetrieb der nun vierten unteren Bürgerschule in der Bürgerstraße aufgenommen. 1926 wurde die Schule Bürgerstraße eine von vier Sammelschulen in Braunschweig für konfessionslose Kinder. An diese „weltliche“ Schule meldeten sich vor allem pädagogisch engagierte, politisch links eingestellte Lehrer. Heinrich Rodenstein war hier bis zum Sommer 1933 tätig, bevor er aus Deutschland fliehen musste. Nach dem Krieg kehrte er nach Braunschweig zurück und war von 1948 bis 1955 Rektor der Pädagogischen Hochschule und Mitbegründer der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. Gustav Schmidt, der 1933 den Riesenbergmorden zum Opfer fiel, war hier als Lehrerstudent tätig. Heute ist in der Bürgerstraße eine Grundschule untergebracht.

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